Interkulturelles Lernen l Definition & Ziele l Interkulturelles Training

Interkulturelles Lernen 

Interkulturelles Lernen Definition

Als „interkulturelles Lernen“ wird eine Lernform bezeichnet, die auf den Erwerb interkultureller Kompetenz ausgelegt ist. Die interkulturelle Kompetenz umfasst dabei sämtliche Fähigkeiten, die für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen nötig sind. Dazu zählen beispielsweise eine gewisse emotionale Intelligenz – das heißt, die Fähigkeit, nicht nur die eigenen, sondern auch fremde Gefühle systematisch zu reflektieren und nachhaltig zu beeinflussen -, Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Offenheit sowie ein erforderliches Maß an Selbstreflexion. 

Von besonderer Bedeutung ist interkulturelles Lernen deshalb, da aufgrund der stetig zunehmenden Globalisierung und der damit steigenden Vernetzung der Welt interkulturelle Kontaktsituationen deutlich ansteigen, weshalb interkulturelle Handlungskompetenz an Relevanz gewinnt. 

Interkulturelles Lernen Ziele 

  • Reflexion der eigenen Kultur und des eigenen Kulturverständnisses
  • Fördern eines bewussten und kritischen Umgangs mit Stereotypen 
  • Förderung der Akzeptanz anderer Kulturen, durch den Erwerb konzeptionellen Wissens über interkulturelle Inhalte
  • der Erwerb eines Bewusstseins für die kulturelle Dimension sozialer Interaktion 
  • der Erwerb verschiedener Soft Skills, wie beispielsweise der Reflexion und Kontrolle der eigenen Emotionen 
  • Steigerung von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit 
  • das Erlernen von Fremdsprachen (zumindest von einem maßgeblichen Grundvokabular) 
  • Überwindung von Ethnozentrismus 
  • Förderung eines Verständnisses für Fremdheitsdynamiken 

Interkulturelles Training

Das sogenannte interkulturelle Training ist die praktische Umsetzungsform des interkulturellen Lernens. Hierbei geht es darum, mittels verschiedener Praktiken das Kulturverständnis der Teilnehmenden zu reflektieren, die eigene Kultur kennenzulernen, um daraus Unterschiede zu anderen Kulturen abzuleiten und Vorurteile sowie Stereotypen zu überwinden. 

In der Praxis werden in vielen Fällen zwei Typen von interkulturellem Training voneinander differenziert: 

  1. Kulturspezifisch-informatorisches Training

Teilnehmende des interkulturellen Trainings sollen hier kulturspezifische Informationen erlangen, um diese bestmöglich in der Praxis anwenden zu können. Diese Form der Schulung ist beispielsweise dann besonders sinnvoll, wenn eine Arbeitskraft für einen gewissen Zeitraum in einen Kulturkreis entsandt wird, in dem zur Heimatkultur variative Normen und Handlungsweisen der Regel entsprechen. 

  1. Kulturübergreifendes-interaktionsorientiertes Training

Bei dieser Trainingsform sollen die Teilnehmenden nicht auf eine spezifische Kultur vorbereitet werden. Ziel ist viel eher, allgemeines Wissen über die Entstehung interkultureller Konflikte oder interkultureller Synergien zu vermitteln, das problemlos auf verschiedene Kulturkreise transferiert werden kann, um dadurch eine kulturübergreifende Handlungssouveränität zu erschaffen.