Brainstorming l Definition, Prozess und Methoden

Brainstorming 

Brainstorming Definition 

Beim sogenannten „Brainstorming“ handelt es sich um eine Kreativitätstechnik, die zur systematischen Ideenfindung genutzt wird. Dabei geht es in erster Linie um das schnelle und ungefilterte Sammeln von Ideen. Entsprechende Ideen werden zuerst ohne Wertung und Zensur gesammelt und später im Prozess ausgewertet. 

Brainstorming Voraussetzungen 

  • Jede Idee wird gleichermaßen aufgenommen. Das heißt, während einer Brainstorming Session erfolgen weder Kritik, Diskussionen noch Kommentierungen, damit der Ideenfluss ungestört läuft. 
  • Beim Brainstorming geht es im ersten Schritt darum, möglichst viele Ideen zu einem Thema zu sammeln. Hier gilt also das Prinzip Quantität vor Qualität. Die akute Realisierbarkeit einzelner Ideen und Vorschläge gewinnt erst später an Bedeutung. 
  • Eine lückenlose Aufzeichnung sämtlicher Ideen garantiert, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine systematische Auswertung erfolgen kann. Dafür kann es sinnvoll sein, einzelnen Personen die Rollen der Moderatorin oder des Moderators sowie der Protokollantin oder des Protokollanten zuzuweisen. 
  • Moderator*in verfügt im Optimalfall über Soft Skills wie Motivation, Empathie, Teamfähigkeit oder Führungskompetenz. 
  • Es existiert kein Urheberrecht auf Ideen. Im Optimalfall werden die Ideen anderen aufgenommen und im Sinne des Unternehmens weiterentwickelt. 

Brainstorming Prozess

Charakteristisch für den Prozess der kreativen Ideenfindung ist, dass er sich durch eine minimalistische Planung und Durchführung auszeichnet. Trotzdem lassen sich in der Regel einzelne Phasen erkennen:

Zu Beginn eines systematischen Brainstorming Prozesses steht in der Regel eine Problemanalyse. Aus entsprechender Analyse wird im nächsten Schritt die jeweilige Fragestellung entwickelt, zu der die Ideenfindung erfolgen soll. Diese wird durch die als Moderator*in fungierende Person, die zuvor die Teilnehmenden der Brainstormingsession auswählt, bekannt gegeben. Um eine möglichst breite Auswahl an Ergebnissen zu erzielen, kann es maßgeblich sein, eine möglichst heterogene Teilnehmendengruppe zusammenzustellen. In diesem Kontext können also Faktoren wie Charakter, Geschlecht, Position im Unternehmen, Nationalität, Muttersprache oder Fachkenntnisse Beachtung finden. 

Während der Sitzung übernimmt ein*e Sessionführer*in die Moderation. Dabei kann diese*r die Ideenfindung sanft beeinflussen, indem beispielsweise Personen, die sich von selbst aus kaum einbringen, gezielt angesprochen werden, Lob geäußert wird oder durch die moderierende Instanz selbst Bezug auf vorherige Ideen genommen wird. Darüber hinaus achtet die jeweilige Person auf die Einhaltung zuvor definierter (Disskussions-)Regeln und übernimmt gegebenenfalls selbst die Protokollierung entsprechender Ideen. 

Nach der Brainstormingsession erfolgt die lückenlose Auswertung sämtlicher Vorschläge. Dabei können neben Moderator*in und den sonstigen Teilnehmenden Expertinnen und Experten sowie Fachkräfte in die Bewertung der Realisierbarkeit und Effizienz einbezogen werden. In diesem Rahmen wird den Teilnehmenden im Optimalfall die Möglichkeit gegeben, ihre Ideen tiefergehend zu erläutern. 

In vielen Fällen wird während der Auswertungsphase nach dem sogenannten Ausschlussverfahren vorgegangen. Das heißt, nach und nach werden systematisch Ideen eliminiert, deren Umsetzbarkeit nicht realisierbar oder nicht ökonomisch sind. 

Brainstorming Methoden 

6-3-5 Methode 

Die Idee hinter dieser Variante des Brainstormings ist, dass sechs Teilnehmer*innen in fünf Minuten je drei Lösungsansätze für eine Problem- oder Fragestellung finden sollen. 

Dies wird in vielen Fällen anhand einer vorgefertigten Tabelle umgesetzt, die aus drei Spalten und sechs Zeilen besteht. Jede*r Teilnehmer*in füllt dann in fünf Minuten die jeweils erste Spalte zu einem Thema aus, bevor die jeweilige Person das Blatt im Uhrzeigersinn weitergibt und sich mit der nächsten Fragestellung befasst. 

Vor- & Nachteile 

VorteileNachteile
Große Anzahl an Ideen in verhältnismäßig kurzer Zeit, d. h. sehr große EffizienzSehr begrenzte Zeit zur Ideenfindung 
Materialabhängigkeit 

ABC-Brainstorming 

Die Idee hinter dem ABC-Brainstorming ist, für jeden Buchstaben des Alphabets eine passende Idee zu finden, die mit entsprechendem Anfangsbuchstaben beginnt. Dabei kann entweder alphabetisch oder willkürlich vorgegangen werden. 

Vor- & Nachteile 

VorteileNachteile
Breite Basis an vielfältigen Ideen kann geschaffen werdenEventuell wird der Ideenfindungsprozess erschwert, indem sich die Teilnehmer*innen zu sehr auf einzelne Buchstaben versteifen, sodass es gegebenenfalls zu einer Kreativitätsunterdrückung kommt. 
Dem Ideenfindungsprozess wird eine äußere Struktur verliehen Unerwünschte Lenkung des Gedankengangs der Arbeitnehmer*innen 

Brainswarming 

Bei dem Konzept des Brainswarmings schreibt jede*r Teilnehmer*in verschiedene Ideen auf Klebezettel, die während der Session sichtbar aufgehängt werden. Im Rahmen dieses Brainstormingprozesses werden entsprechende Zettel sortiert und weiterentwickelt. Das besondere an dieser Methode ist, dass sie in vielen Fällen auf einen vergleichsweisen langen Zeitraum ausgelegt ist. Die Dauer einer Session kann hierbei von wenigen Minuten bis zu mehreren Wochen betragen. 

Vor- & Nachteile

VorteileNachteile
Auch zurückhaltende Teilnehmer*innen werden in den Ideenfindungsprozess involviert Lange Prozessdauer
Zeit- und teilweise ortsunabhängig 

Brainwriting 

Das Brainwriting ähnelt dem Brainswarming im Grunde genommen stark. Auch hierbei geht es darum, dass die Arbeitnehmer*innen individuell Ideen entwickeln und aufschreiben. Diese werden dann nach Ablauf einer zuvor festgelegten Frist gemeinschaftlich ausgewertet. Bei der Ideenfindung wird dabei oftmals anonymisiert vorgegangen. 

Vor- & Nachteile

VorteileNachteile
Zeit- und ortsunabhängigWenig Spontanität
Anonym Oft Mehrfachnennungen durch fehlenden Bezug
Unkomplizierte lückenlose Protokollierung Fehlende Teamdynamik 
Langfristig angelegt 
Chancengleichheit aller Arbeitnehmer*innen 

Brainwalking 

Das besondere am Konzept des Brainwalking ist, dass es mit einer räumlichen Ausbreitung verbunden ist. Quer durch das Büro werden Plakate platziert, auf denen die Arbeitnehmer*innen die Möglichkeit haben, Ideen und Innovationen festzuhalten. Brainwalking funktioniert also losgelöst von der klassischen Meeting-Atmosphäre, was den Kreativitätsprozess nachhaltig anregen kann. 

Vor- & Nachteile

VorteileNachteile
ZeitunabhängigOrtsabhängig
Anonym Wenig Spontanität 
Unkomplizierte lückenlose ProtokollierungLängere Projektdauer
Einfache thematische Gliederung möglich; z. B. in Verbindung mit themenspezifischen MindMapsMaterialaufwand 
Unkompliziert in den Arbeitsalltag integrierbar 
Chancengleichheit aller Arbeitnehmer*innen 

Mindmaps 

Das Erstellen von Mindmaps ist eine klassische Umsetzungsform des Brainstormings. Dabei wird die Fragestellung in die Mitte eines Zettels geschrieben und gemeinsam Lösungsvorschläge erarbeitet, die rundherum ergänzt werden.