Triales Studium l Definition & Ablauf

Triales Studium 

Triales Studium Definition

Bei einem Trialen Studium, oft auch Triale Ausbildung genannt, handelt es sich um eine Kombination von Studium, Ausbildung sowie Meistertitel. Entsprechende Berufsausbildung endet also mit einem dreifachen Abschluss:

  1. Gesellenbrief
  2. Meisterbrief
  3. Bachelorabschluss

Das Konzept des Trialen Studiums ähnelt im Grundgedanken (der Kombination von Theorie und Praxis) dem Aufbau eines dualen Studiums. Während der Praxisteil im dualen Studium jedoch durch ein längeres Praktikum ersetzt werden kann, ist im Trialen Studium der Abschluss einer Ausbildung Pflicht, um darauf basierend den Meisterbrief zu erlangen. 

Triales Studium Voraussetzungen

Voraussetzung für ein Triales Studium ist zum einen mindestens ein Fachabitur und zum anderen ein Ausbildungsplatz in einem der 19 Handwerksberufe, in denen momentan in Deutschland eine Triale Ausbildung möglich ist. Entsprechende Berufe sind:

  1. Augenoptiker/in
  2. Bäcker/in
  3. Dachdecker/in
  4. Elektrotechniker/in
  5. Feinwerkmechaniker/in
  6. Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in
  7. Friseur/in
  8. Informationselektroniker/in
  9. Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in
  10. Kraftfahrzeugmechatroniker/in 
  11. Konditor/in
  12. Maler/in
  13. Maurer/in
  14. Metallbauer/in
  15. Ofen- und Luftheizungsbauer/in
  16. Straßenbauer/in
  17. Tischler/in
  18. Zahntechniker/in
  19. Zweiradmechatroniker/in

Grundsätzlich darf jeder Handwerksbetrieb eine Triale Ausbildung beziehungsweise ein Triales Studium anbieten, solange er eine Ausbildungsberechtigung besitzt und die Möglichkeit hat, mit einer Hochschule zu kooperieren. 

Triales Studium Ablauf 

Ein Triales Studium dauert in der Regel viereinhalb Jahre. 

In den ersten zwei Jahren findet hauptsächlich die Ausbildung im eigenen Ausbildungsbetrieb und am Berufskolleg statt. Parallel dazu legt der Auszubildende sein Bachelorstudium ab, das wiederum in Voll- und Teilzeitphasen gegliedert ist. Das heißt, abends und am Wochenende finden Präsenzveranstaltungen in der Hochschule statt, wohingegen die Hochschule unter der Woche im Rahmen von E-Learning Einheiten anbietet, die individuell in den Arbeitsalltag eingegliedert werden können. Diese Phase der Ausbildung schließt mit der Gesellenprüfung ab. Wird diese bestanden, liegt der Fokus danach auf Studium und Meisterprüfung. Zur Vorbereitung auf entsprechende Prüfung belegt der Auszubildende dabei Meisterkurse der Handwerkskammer. 

Nach erfolgreichem Ablegen der Meisterprüfung wird das Studium mit der Bachelorarbeit abgeschlossen. 

Triales Studium Vorteile 

  • Dreifache Qualifizierung in verhältnismäßig kurzer Zeit
  • Schnelle Übernahme von Führungspositionen möglich
  • Frühe Kombination von Theorie und Praxis macht Arbeitnehmer für Unternehmen besonders attraktiv 

Eine solche Berufsausbildung ist mit einem großen zeitlichen Aufwand verbunden. Durch diesen verstärkten Stress und Leistungsdruck  ist sie trotz der Vorteile die sie mit sich bringt, nicht für jeden geeignet.