Recruiting
Recruiting Definition
Aufgabe und Zweck des Recruitings (Deutsch: Rekrutierung) ist die strategische Suche und Vermittlung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein Ziel dabei ist, den finanziellen und zeitlichen Aufwand der Mitarbeiterbeschaffung des Unternehmens möglichst gering zu halten. Die Begriffe Recruiting, Recruitment, Mitarbeiterbeschaffung sowie Rekrutierung werden weitgehend synonym verwendet.
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Unterschied Recruiting und e-Recruiting
Während sich beim Recruiting die Personalbeschaffung sowohl online als auch offline Maßnahmen bedient, liegt beim e-Recruiting der Fokus auf Online-Strategien. Dabei finden sowohl die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten als auch das Bewerbermanagement online statt.
Unterschied internes Recruiting und externes Recruiting
Beim Recruiting sollen entweder interne oder externe Maßnahmen den Personalbedarf decken.
Internes Recruiting
Bei der Strategie des internen Recruitings werden hauptsächlich innerbetriebliche Stellenausschreibungen genutzt, um eine qualifizierte Arbeitskraft im eigenen Betrieb zu finden. In diesem Fall muss zwar die ursprüngliche Stelle dieser Arbeitskraft neu besetzt werden, doch sowohl der finanzielle als auch der zeitliche Aufwand für die Besetzung der neuen Stelle können für den Arbeitgeber sehr gering gehalten werden. Darüber hinaus eröffnen sich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue berufliche Perspektiven, wie beispielsweise ein neuer fachlicher Fokus, eine Beförderung, mehr Verantwortung oder mehr Gehalt. Ein solcher Arbeitsplatzwechsel kann neben einer internen Stellenausschreibung auch durch eine Versetzung ausgelöst werden. Bei einem sogenannten „Implacement“ werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei geeigneter Qualifikation an geeignete Stellen im Unternehmen versetzt.
Ein weiterer Aspekt des internen Recruitings ist die Personalentwicklung. Im Rahmen dieser bauen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittels Förder- sowie Weiterbildungsmaßnahmen ihre beruflichen Qualifikationen aus, um dadurch für das Unternehmen langfristig vielfältig einsetzbar zu sein.
Externes Recruiting
Beim externen Recruiting kann zwischen einer passiven und einer aktiven Strategie unterschieden werden.
Während passives Recruiting die Bearbeitung von Initiativbewerbungen, den Aufbau eines Talent Pools als eine unternehmenseigene Datenbank mit potenziellen Bewerbenden für zukünftige Jobbesetzungen sowie die Stärkung der Arbeitgebermarke als Mittel zur Attraktivitätssteigerung des Unternehmens beschreibt, liegt der Fokus beim aktiven Recruiting auf der aktiven Personalsuche. In diesen Bereich fallen sowohl die Stellenausschreibung als solche, als auch Recruitingveranstaltungen wie Karrieremessen oder Hochschulveranstaltungen. Darüber hinaus beinhaltet es das sogenannte „social recruiting“, welches wiederum zwei Hauptaspekte beinhaltet: Zum einen die Veröffentlichung von Stellenanzeigen in sozialen Netzwerken und zum anderen die direkte Kontaktaufnahme von in sozialen Netzwerken gefundenen potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten im Rahmen des „active sourcing“.
Recruiting Instrumente
Die Personalbeschaffung bedient sich zahlreicher Mittel und Instrumente.
Karrieremessen und Hochschulmarketing
Ungefähr 80 % der arbeitgebenden Unternehmen nutzen regionale sowie überregionale Karrieremessen als Marketingmethode. Darüber hinaus werden auch Veranstaltungen der jeweiligen Fachbereiche von Universitäten sowie Hochschulen oftmals genutzt, um qualifizierte Nachwuchsarbeitskräfte anzuwerben.
Karrierewebsite des eigenen Unternehmens
Auf der Karrierewebsite eines Unternehmens können schnell und einfach offene Stellen sowie Informationen zu Karriereperspektiven eines Unternehmens eingesehen werden.
Online-Jobportale
Es gibt zahlreiche Jobbörsen, die bei der Personalbeschaffung helfen können. Die Wahl der geeigneten Kanäle hängt dabei von der Zielgruppe ab. Während generalistische Jobportale beispielsweise oftmals eine große Reichweite haben, sprechen spezialisierte Jobbörsen eher die gewünschte Zielgruppe an.
Social Media
Social Media wird als Recruiting Instrument immer wichtiger. Vorteil hier ist, dass Stellenanzeigen schnell und einfach erstellt und hochgeladen werden können. Darüber hinaus sind kostenlose Posts und Uploads möglich. Außerdem sind eine gezielte Ansprache sowie eine Kontaktaufnahme mit der gewünschten Zielgruppe möglich.
Mobile Recruiting
Die Personalbeschaffung sowie die Bewerbung über Smartphones und Tablets nehmen zu, weshalb eine mobil optimierte Karriereseite für Unternehmen von außerordentlicher Bedeutung ist. Sinnvoll ist darüber hinaus die Verwendung des sogenannten „mobile Taggings“, bei dem beispielsweise Barcodes in Stellenanzeigen eingebunden werden.
Bewerbermanagementsysteme (BMS)
Komplexe Recruiting-Prozesse lassen sich heute effizienter gestalten – insbesondere durch den Einsatz sogenannter Bewerbermanagementsysteme. Diese Systeme ermöglichen es Unternehmen, sämtliche Schritte im Bewerbungsprozess zu strukturieren, zu automatisieren und übersichtlich zu verwalten.
Ein Bewerbermanagementsystem unterstützt beispielsweise bei der Erstellung und Veröffentlichung von Stellenanzeigen, sodass potenzielle Bewerbende gezielt angesprochen werden können. Zudem bietet die Software die Möglichkeit, benutzerfreundliche Online-Bewerbungsformulare bereitzustellen, über die sich die Bewerbenden schnell und unkompliziert bewerben können.
Darüber hinaus erleichtert ein solches System die Kommunikation mit den Talenten, hilft bei der Koordination von Bewerbungsgesprächen und sorgt dafür, dass sämtliche Informationen zentral an einem Ort gespeichert und ausgewertet werden können. Für arbeitgebende Unternehmen bedeutet dies eine deutliche Entlastung der Personalabteilungen – und für Bewerbende einen transparenten und professionell gestalteten Bewerbungsprozess.
Neben der effizienten Steuerung von Bewerbungsprozessen leisten Bewerbermanagementsysteme auch einen wichtigen Beitrag im Rahmen des ganzheitlichen Talentmanagements. Denn moderne Systeme enden nicht beim Versand der Zusage – sie ermöglichen es Unternehmen darüber hinaus, vielversprechende Bewerbende frühzeitig zu identifizieren und deren Potenziale gezielt weiterzuentwickeln. So können Talente nicht nur rekrutiert, sondern auch langfristig im Unternehmen gehalten und gefördert werden. Ein integriertes Talentmanagement unterstützt beispielsweise bei der Planung von Weiterbildungsmaßnahmen, der Karriereentwicklung sowie der Nachfolgeplanung und trägt damit wesentlich zur strategischen Personalentwicklung bei.
Recruiting Prozess
Der Recruiting Prozess beginnt mit der Analyse des Anforderungsprofils, woraufhin ein Stellenprofil angelegt wird. Im nächsten Schritt erfolgen die Stellenausschreibung sowie die Veröffentlichung dieser auf unterschiedlichen Kanälen. Daraufhin wird eine Vorauswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber getroffen. Hierbei wird oftmals ein Bewerbermanagementsystem verwendet. Ist eine Vorauswahl getroffen, werden Vorstellungsgespräche oder Einstellungstests durchgeführt, die eine genauere Bewerberevaluation ermöglichen. Ist nun ein geeigneter Bewerber oder eine Bewerberin gefunden, kann es im nächsten Schritt zu einer Vertragsunterzeichnung kommen.
Ein guter Recruiting Prozess erfolgt dabei weitgehend datengetrieben, automatisiert sowie basierend auf vorher festgelegten Kriterien. Standardisierte Verfahren, beispielsweise in der Fragestellung, stellen sicher, dass die Entscheidungsfindung auf objektiven Kriterien basiert. Darüber hinaus muss der Recruiting Prozess auf die unterschiedlichen Anliegen und Interessen der Bewerbergruppen ausgerichtet sein.
Zukunftsfaktor des Recruitings
Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des demographischen Wandels ist die Beschaffung qualifizierten Personals immer wichtiger geworden. Dadurch nimmt das Recruiting eine hohe strategische Position ein, denn Unternehmensziele können langfristig nur erreicht werden, wenn Schlüsselpositionen im Unternehmen mit den richtigen Kandidatinnen und Kandidaten besetzt sind.
Recruiterinnen und Recruiter nehmen dabei eine zentrale Schlüsselposition ein: Sie sind nicht nur für die Suche und Auswahl geeigneter Talente verantwortlich, sondern fungieren auch als wichtige Schnittstelle zwischen Unternehmen und Bewerberinnen und Bewerbern. Durch ihr Know-how, ihr Gespür für Menschen und Markttrends sowie durch den Einsatz moderner Recruiting-Tools tragen sie maßgeblich dazu bei, den Personalerfolg eines Unternehmens nachhaltig zu sichern. In einer Zeit, in der der „War for Talents“ allgegenwärtig ist, ist eine gezielte Recruiting Strategie ein echter Zukunftsfaktor.
