Nachfolgeplanung im Unternehmen | Definition

Nachfolgeplanung im Unternehmen

Nachfolgeplanung Definition 

Unter Nachfolgeplanung oder Nachfolgemanagement versteht man den Prozess der Planung sowie Ausbildung geeigneter Nachfolger*innen für Schlüsselpositionen beim Wegfall der aktuellen Stelleninhaber*innen, beispielsweise aufgrund von Krankheiten, Eintritt ins Rentenalter, Schwangerschaften oder Versetzungen. Hier wird das Ziel verfolgt, Schlüsselpositionen möglichst schnell und unkompliziert wieder zu besetzen, ohne, dass negative Folgen, wie ein langer Recruiting-Prozess, auftreten. 

Nachfolgeplanung Vorgehen & Aufgaben

1. Identifikation von Schlüsselpositionen

Nicht jede Position in einem Unternehmen kann in der Nachfolgeplanung bedacht werden. Deshalb ist es wichtig, dass maßgebliche Schlüsselpositionen ausfindig gemacht werden. Dies geschieht oftmals anhand folgender Überlegungen:

  • Relevanz der Position in Bezug auf Unternehmensausrichtung?
  • Benötigte zeitliche sowie finanzielle Ressourcen für Neubesetzung der Stelle?
  • Aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt?
  • Größe des Verantwortungsbereichs der Position?
  • Benötigte Kompetenzen sowie Erfahrungen?

Sind die Schlüsselpositionen identifiziert worden, muss sich ein Überblick darüber verschafft werden, welche der Positionen aus verschiedenen Gründen zukünftig frei werden könnten.

2. Nachfolgersuche

Ist deutlich, welche Stelle es langfristig neu zu besetzen gilt, muss ein*e geeignete*r Nachfolger*in gefunden werden. Dies geschieht oftmals unternehmensintern anhand von Leistungsbeurteilungen, Potenzial- oder Kompetenzanalysen. 

3. Einarbeitung

Die Einarbeitung der nachfolgenden Person beginnt bereits schrittweise vor der Übernahme der Position. Im Rahmen dieser werden die Kandidatinnen und Kandidaten in Kernaufgaben, Problemstellungen sowie Entscheidungen der aktuell beschäftigten Person einbezogen, um Arbeitsabläufe vorab kennenzulernen und Fragen zu klären. 

4. Überblick

Zuletzt gilt es, sich einen Überblick über die Gesamtunternehmensnachfolgeplanung zu verschaffen, um durch die langfristige Analyse sowie Planung das Risiko des Verlustes von wichtigem Know-How zu minimieren. 

Vorteile Nachfolgeplanung

Die Nachfolgeplanung bringt zahlreiche Vorteile für ein Unternehmen mit sich. 

Vorteile einer internen Stellenbesetzung im Rahmen der Nachfolgeplanung

  • Langfristige Unternehmenssicherung durch das Vermeiden unbesetzter Stellen
  • Erhöhte Mitarbeiterbindung durch eine höhere Mitarbeitermotivation sowie Mitarbeiterzufriedenheit
  • Geringe Rekrutierungskosten im Verhältnis zu Neueinstellungen
  • Sicherstellen von Wissenstransfer und dadurch Verringerung von Know-How Verlust
  • Geringe Fehlbesetzungsquote, da die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die angestellte Person und diese das Unternehmen sowie Arbeitsabläufe bereits kennt
  • Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität durch Aufstiegschancen sowie Verbesserungsmöglichkeiten
  • Kontinuierliche Kompetenzsteigerung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Aus- und Weiterbildungen
  • Verhältnismäßig kurze Einarbeitungsphase

Vorteile einer externen Stellenbesetzung im Rahmen der Nachfolgeplanung

  • Frische Ideen und dadurch neue Innovationsmöglichkeiten durch Neueinsteiger*innen
  • Neutralität bezüglich vorhergegangener Konflikte
  • Kandidat*in von außen wird möglicherweise in neuer Führungsposition von Beginn an mehr respektiert

Fehlerquellen Nachfolgeplanung

Die Nachfolgeplanung eines Unternehmens bringt zahlreiche Vorteile mit sich, birgt jedoch an einigen Stellen auch ein gewisses Konfliktpotenzial. So können beispielsweise unrealistische Versprechen bezüglich der Stelle sowie den Arbeitsbedingungen gegenüber potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern Schwierigkeiten auslösen. Ähnlich verhält es sich, wenn sich die Kommunikation zwischen Stelleninhaber*in, Nachfolger*in sowie Führungskraft als mangelhaft erweist. Darüber hinaus kann es zu fehlerhaften Entscheidungen sowie Missverständnissen kommen, sind die Auswahlkriterien für die Nachfolgersuche nicht von Beginn an transparent festgelegt. Außerdem ist es von großer Bedeutung, die bestehende Belegschaft sowie jegliche Führungspersonen in den Prozess der Nachfolgeplanung einzubeziehen, um dadurch sicherzustellen, dass die nachfolgende Person in seiner neuen Position von Beginn an respektiert wird.

Methoden Nachfolgeplanung

Bei der Nachfolgeplanung kommen einige verschiedene Methoden sowie Instrumente zum Einsatz. Eins dieser Instrumente sind Talent Pools. In betriebsinternen Talent Pools können sowohl externe potenzielle neue Arbeitskräfte als auch interne Mitarbeiterinne und Mitarbeiter, die bestimmte Schlüsselfähigkeiten besitzen, gespeichert werden, um bei Bedarf auf sie zurückzugreifen. Dadurch kann ein Unternehmen sich einen Überblick über mehrere potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten verschaffen. 

Darüber hinaus kommen auch bestimmte HR-Softwares vermehrt zum Einsatz, da sie eine lückenlose und transparente Darstellung von Daten ermöglichen und dadurch die Verknüpfung von Stelle und Nachfolger*in vereinfachen.