Mobbing l Definition, Ursachen & Folgen l Abwehrstrategien für Betroffene

Mobbing 

Mobbing Definition 

Der Ausdruck „Mobbing“ hat seinen Ursprung im Englischen, wo er so viel bedeutet, wie „bedrängen“, „anpöbeln“ oder „angreifen“. Im Deutschen wird damit in der Regel eine Art von Konflikt beschrieben, der bestimmte Merkmale aufweist: 

  • Mobbing richtet sich überwiegend gegen eine einzelne Person 
  • Im Mobbingkonflikt entstehen Hierarchiestrukturen, das heißt, eine Person ist der anderen auf Dauer unterlegen
  • Mobbing wird gezielt, systematisch und über einen längeren Zeitraum hinweg betrieben
  • Mobbing findet oftmals in Situationen statt, in denen die jeweils betroffene Person mit fehlenden Ausweichmöglichkeiten konfrontiert ist
  • Oftmals erfolgt bei dieser Art des Konflikts ein gezieltes Verbergen der Motive, das heißt, die jeweiligen Mobber*innen legen ihre Absichten nicht dar 
  • In vielen Fällen führt Mobbing zu einem Unwohlsein der betroffenen Person. Dies kann im Ernstfall in einer physischen sowie psychischen Erkrankung gipfeln. 

Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass es sich bei Mobbing um das systematische Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren von Arbeitskräften untereinander oder unter Einbezug der jeweiligen Führungskraft handelt. 

Wichtig ist allerdings, sich bewusst zu machen, dass es sich nicht bei jedem Konflikt um Mobbing handelt. In der Regel kommt es immer dann, wenn Menschen miteinander arbeiten, zu Meinungsverschiedenheiten, Differenzen und Auseinandersetzungen. Diese sind allerdings nicht mit Mobbing gleichzusetzen. Darüber hinaus stellen auch einzelne Feindseligkeiten, ungerechte Behandlungen von kurzfristiger Wirkung sowie strafrechtliche Tatbestände durch Mitarbeiter*innen sowie Kolleginnen und Kollegen keine Form des Mobbings dar. 

Mobbing Typen 

Insbesondere am Arbeitsplatz sind drei maßgebliche Formen des Mobbings vorzufinden: 

Mobbing: Das klassische Mobbing beschreibt die Misshandlung unter Arbeitskräften auf gleicher Hierarchieebene.

Bossing: Der Begriff „Bossing“ beschreibt das Phänomen des Mobbings von „oben“ nach „unten“. Das heißt, hier wird ein gezieltes Mobbing durch eine Führungskraft beziehungsweise eine vorgesetzte Person gegen ihre Mitarbeiter*innen beschrieben. 

Staffing: Das sogenannte „Staffing“ stellt das Gegenteil des Bossings dar. Hier erfolgt also die Misshandlung der vorgesetzten Person durch ihre Mitarbeiter*innen.

Mobbing Ursachen

  • Geringes Selbstwertgefühl der mobbenden Person, d. h. Mobbing mit Ziel der Aufwertung des eigenen Egos 
  • Unklare Zuständigkeiten und widersprüchliche Anweisungen 
  • Mangelhafte Informations- und Kommunikationsstrukturen 
  • Mangelnder Handlungsspielraum 
  • Stress 
  • Über- & Unterforderung 
  • Ungerechte Arbeitsverteilung
  • Kooperationszwänge 
  • Schlechte Arbeitsbedingungen 
  • Führungsstil der Führungskraft 

Mobbing Folgen 

Zahlreiche Menschen erleben regelmäßig Mobbing am Arbeitsplatz. Das wirkt sich nicht nur negativ auf ihre Arbeitsleistung aus, sondern trägt außerdem zu einer Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands der Arbeitskraft bei. Mobbing kann also zu einem generellen Verlust von Lebensqualität führen. Weitere mögliche Folgen sind unter anderem: 

  • Angstzustände
  • Depressionen 
  • Demotivation 
  • Nervosität 
  • Sozialer Rückzug
  • Misstrauen 
  • Innere Kündigung 
  • Selbstzweifel 
  • Konzentrationsschwierigkeiten 

Mobbing Abwehrstrategien & Möglichkeiten für Betroffene 

Neben einer frühzeitigen Information der Führungskraft haben betroffene Personen verschiedene rechtliche Möglichkeiten, um gegen Mobbing vorzugehen. Dazu zählen unter anderem: 

  • Beschwerderecht
  • Unterlassungs- & Beseitigungsansprüche
  • Leistungsverweigerungsrecht 
  • Außerordentliche Eigenkündigung 
  • Aufhebungsvertrag 

Neben entsprechenden rechtlichen Möglichkeiten empfiehlt es sich für die Arbeitnehmer*innen, eine individuelle Abwehrstrategie aufzubauen. Mögliche Bestandteile dieser sind: 

  • Inanspruchnahme einer Rechtsberatung, die den Betroffenen über mögliche rechtliche Mittel und Wege in Kenntnis setzt, die zu einer Verbesserung der Situation beitragen können. Dazu gehört außerdem die Ermittlung, welche Rechtsansprüche bisher außer acht gelassen worden sind und gegebenenfalls rückwirkend gelten gemacht werden können. 
  • Eine direkte praktische Möglichkeit zum Umgang mit Mobbing stellt die sogenannte Konfliktanalyse dar. Hierbei geht es in erster Linie darum, praktische Spielräume aufzudecken, in denen sämtliche beteiligte Personen sowie deren Vorgehensweisen präzise definiert werden. 
  • Im Rahmen von Coaching können die betroffenen Arbeitnehmer*innen die erlebten Situationen aufarbeiten und analysieren. Dabei können beispielsweise Verhaltens- und Kommunikationsstrategien entwickelt werden. 

Individuell zusammengestellte Unterstützerteams können den jeweils betroffenen Personen bei der Aufarbeitung der Erlebnisse unterstützen. Teil eines solchen Teams können beispielsweise, Anwältinnen und Anwälte, Ärztinnen und Ärzte, Coaches, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Krankenkassen sein.