Inhaltstheorien der Motivation l Definition und Beispiele

Inhaltstheorien der Motivation 

Inhaltstheorien der Motivation Definition 

Als „Inhaltstheorien der Motivation“ wird eine Gruppe von Theorien bezeichnet, die versucht, die verschiedenen Arten von Motivation sowie die Intentionen und Ziele einzelner Personen zu spezifizieren und zu klassifizieren. 

Prominente Beispiele entsprechender Theorien sind die Zwei-Faktor-Theorie von Herzberg, die Theorie der Leistungsmotivation von Murray/McClelland sowie die Bedürfnishierarchie nach Maslow. 

Inhaltstheorien der Motivation Beispiele 

Zwei-Faktor-Theorie 

Bei der Zwei-Faktor-Theorie, die auf Frederick Herzberg, einen US-amerikanischen Professor der Arbeitswissenschaft und Psychologie, zurückgeht, handelt es sich um eine Theorie der Arbeitsmotivation. Entsprechende Theorie basiert auf der Grundannahme, dass Zufriedenheit und Unzufriedenheit zwei voneinander unabhängige Dimensionen sind. Konkret bedeutet das, dass das Gegenteil von Zufriedenheit also nicht zwangsläufig Unzufriedenheit ist. Als Konsequenz ergibt sich daraus, dass eine Person, die nicht zufrieden ist, nicht gleichzeitig unzufrieden sein muss und umgekehrt. Unzufriedenheit sowie Zufriedenheit werden in erster Linie von zwei Faktoren, den sogenannten Hygienefaktoren und den Motivatoren ausgemacht, die wiederum das Arbeitsumfeld einer Arbeitskraft stark prägen. 

Bedürfnishierarchie 

Die Maslowsche Bedürfnishierarchie, auch Bedürfnispyramide genannt, die auf den Psychologen Abraham Maslow zurückgeht, beschreibt das Zusammenspiel menschlicher Bedürfnisse und Motivation und versucht diese in eine gewisse Hierarchie zu bringen. 

Entsprechendes Modell setzt sich aus folgenden Stufen zusammen:

  1. Physiologische Grundbedürfnisse (z. B. Schlaf, Wasser, Nahrung, Luft, Wärme, etc.)
  2. Sicherheitsbedürfnisse (z. B. Existenzsicherung, Rechtsschutz, etc.)
  3. Soziale Bedürfnisse (z. B. Freunde, Familie, Kommunikation, Liebe, etc.)
  4. Individualbedürfnisse (z. B. Anerkennung, Wohlstand, Erfolg, Respekt, etc.)
  5. Selbstverwirklichung (z. B. Individualität, Persönlichkeitsentfaltung, etc.)

Diese Theorie lässt sich auf den Arbeitskontext übertragen, woraus sich im nächsten Schritt Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit ableiten lassen. 

Zu den physiologischen Bedürfnissen zählen im Arbeitskontext beispielsweise klimatisierte Räume, eine ergonomische Arbeitsplatzausstattung sowie das Anbieten von Sport- oder Yogakursen. Darüber hinaus tragen auch die Versorgung mit Getränken und Obst sowie das Anbieten einer Kantine zur Erfüllung entsprechender Bedürfnisse bei. Die Sicherheitsbedürfnisse werden im Arbeitskontext in erster Linie durch langfristig angelegte Arbeitsverträge sowie die Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung gestillt. Soziale Bedürfnisse werden vor allem dadurch erfüllt, dass innerhalb eines Unternehmens ein ausgeprägter Teamzusammenhalt herrscht. Dafür ist es wichtig, dass die einzelnen Arbeitnehmer*innen sich vertrauen und idealerweise auch persönlich auf einer Wellenlänge sind. Zu den Individualbedürfnissen würden im Arbeitskontext in erster Linie sämtliche Maßnahmen zählen, die einer Arbeitskraft Lob oder Anerkennung vermitteln. Diese erhöhen nicht nur Selbstvertrauen und Zufriedenheit, sondern auch Motivation und Leistungsbereitschaft

Die Kategorie der Selbstverwirklichung ist wahrscheinlich die, die am meisten zur Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt und gleichzeitig am schwierigsten umzusetzen ist. Hier geht es in erster Linie darum, der beschäftigten Person Entwicklungsangebote wie beispielsweise Fort- oder Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten. Dazu zählt auch die Erweiterung des Tätigkeits- sowie des Verantwortungsbereichs, beispielsweise im Rahmen des Job Enrichments. Darüber hinaus sollten hier Maßnahmen ergriffen werden, die dazu beitragen, dass sich die Mitarbeiter*innen persönlich mit dem Unternehmen identifizieren können.

Theorie der Leistungsmotivation 

Die sogenannte „Theorie der Leistungsmotivation“ ist ursprünglich von Henry Murray entwickelt, später jedoch grundlegend von McClelland überarbeitet worden. Sie geht davon aus, dass sich die Motivation einer Person aus drei dominierenden Bedürfnissen zusammensetzt: 

  1. Bedürfnis nach Leistung („Achievement“) 
  2. Bedürfnis nach Macht („Power“)
  3. Bedürfnis nach Zugehörigkeit („Affiliation“)