Erlebnisorientierung l Definition und historischer Hintergrund

Erlebnisorientierung

Erlebnisorientierung Definition

Ein weit gefasstes Verständnis der betrieblichen Erlebnisorientierung befasst sich mit dem Unternehmensabsatz. Hierbei geht es in erster Linie um sämtliche strategische Maßnahmen, wie beispielsweise eine Umgestaltung der Standortumgebung, die die Attraktivität der Einkaufsstätte steigern sollen, um den Kundinnen und Kunden damit ein angenehmeres Einkaufserlebnis zu ermöglichen.

Besondere Bedeutung kommt der Erlebnisorientierung in diesem Kontext zu, da die Konsumierendenforschung seit geraumer Zeit einen Trend zu zunehmender Freizeit-, Genuss- und Erlebnisorientierung der Komsumentinne und Konsumenten verzeichnet. Das heißt, Erlebniswerten kommt neuerdings in der Entscheidung für oder gegen ein Produkt oder eine Dienstleistung eine gesteigerte Bedeutung zu.

Bei der individuellen Erlebnisorientierung geht es darum, dass die Erwerbsarbeit in erster Linie als Selbstverwirklichungsmöglichkeit, und nicht bloß als Existenzsicherung angesehen wird. Konkret bedeutet das, dass Erfüllung, Abwechslung, Kreativität und Spannung andere Faktoren wie beispielsweise Prestige, das heißt Status, Macht, Position und Einkommen bei der Bewertung einer Arbeitsstelle überwiegen. 

Erlebnisorientierung Hintergrund

Die Hintergründe der heutigen Auffassung von Erlebnisorientierung sind bereits 1992 in einer Studie des Sozialwissenschaftlers Gerhard Schulze zu erkennen. Er gibt an, dass das gesellschaftliche Erlebnisbedürfnis seit dem Ende des 2. Weltkriegs im gleichen Maße gestiegen sei wie der materielle Wohlstand. Erlebnisorientierung selbst ist für Schulze dabei die aktive Suche nach Glück. Konkret steht dahinter die Auffassung, Glück habe einen aktiven Charakter und sei nicht passiv zu erlangen, sondern erst durch eine eigene aktive seelische Verarbeitung äußerer Umstände und Anregungen. 

Ferner sagt Schulze, dass mit entsprechender Entwicklung ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden habe, bei dem die sogenannte Erlebnisgesellschaft entstanden sei, die sich wiederum in fünf Milieus mit jeweils charakteristischen Merkmalen unterscheiden lasse:

  1. Niveaumilieu
  2. Harmoniemilieu
  3. Integrationsmilieu
  4. Selbstverwirklichungsmilieu
  5. Unterhaltungsmilieu