Community of Practice l Definition, Kriterien & Phasen

Community of Practice

Community of Practice Definition 

Unter Community of Practice, kurz auch CoP genannt, versteht man eine praxisbezogene Gemeinschaft, die ähnliche Arbeitstätigkeiten ausführt und aus diesem Grund durch systematischen Wissensaustausch von den jeweiligen Kenntnissen der anderen profitieren will. Während der Wissensaustausch zwar organisiert ist, wird der Zusammenschluss zu einer Community of Practice in der Regel nicht durch eine übergeordnete Instanz koordiniert, sondern beruht auf Eigeninitiative, das heißt selbst organisiert. 

Seinen Ursprung hat das Konzept im Jahr 1991, als Jean Lave und Etienne Wenger das Lernen in den Kontext sozialer Beziehungen setzten und dabei bewiesen, dass eine gewisse soziale Kooperation für den aktiven Wissenserwerb entscheidend ist. 

Im Rahmen seiner Untersuchungen hat Wenger eine Liste von Kriterien definiert, die eine erfolgreiche Umsetzung entsprechenden Konzepts ausmachen:

Community of Practice Kriterien

  • Gemeinsame historische Ursprünge
  • Voneinander abhängige Vorhaben 
  • Ein gemeinsames Ziel oder Angehören einer gemeinsamen Institution 
  • Man ist den gleichen Umständen ausgesetzt 
  • Austausch physischer Artefakte
  • Geographische Nähe 
  • Gemeinsame Diskurse 
  • Wettbewerb um gleiche Ressourcen 
  • Nachhaltige gegenseitige Beziehungen 
  • Abwesenheit einleitender Instanzen, das heißt Eigenorganisation 
  • Hohe Problemlösungskompetenz 
  • Spezifische Werkzeuge, Repräsentationen & Artefakte
  • Ungezwungene Kommunikation 
  • Spontanität
  • Hohes Maß an Flexibilität & Entwicklungspotenzial 
  • Aktive Schaffung gemeinsamer Werte 

Community of Practice Phasen 

Die aktive Umsetzung einer Community of Practice ist zwar nicht durch konkrete Regeln festgeschrieben, erfolgt allerdings in der Regel in fünf Schritten:

  1. In dieser Phase werden bestehende Potenziale gesichtet. Einzelne Personen oder Kleingruppen nehmen sich ersten konkreten Aufgaben an. 
  2. In diesem Schritt wird eine gewisse Grundstruktur insbesondere im Hinblick auf Ziele, Aufgaben und Kommunikationswege der Community of Practice definiert. 
  3. In der dritten Umsetzungsphase erfolgt der tatsächliche Wissensaustausch. Oftmals werden zuvor festgelegte Strukturen hier noch einmal überarbeitet und den Bedürfnissen der Mitglieder angepasst. 
  4. Nach aktiver Zusammenarbeit sinkt nun die Quantität ausgetauschter Informationen bereits wieder. 
  5. In der letzten Phase verliert die CoP zunehmend an Bedeutung als maßgeblicher Kommunikationsknotenpunkt. Oft gewinnen andere Quellen des Wissenserwerb an Bedeutung.