Aktionstheorie der Motivation l Definition und Erklärung

Aktionstheorie der Motivation

Aktionstheorien Definition 

Im Personalwesen werden in der Regel drei verschiedene Arten von Theorien, die sich mit der Motivation der Arbeitskräfte im Arbeitsumfeld befassen, voneinander differenziert:

  1. Inhaltstheorien
  2. Prozesstheorien 
  3. Aktionstheorien

Dabei setzen sich insbesondere die Aktionstheorien mit der Frage auseinander, wie die Motivation der Arbeitskräfte durch die Handlungen anderer Menschen hervorgerufen beziehungsweise gesteigert werden kann. Hier steht also ein expliziter Handlungsbezug im direkten Untersuchungsfokus. 

Zu den wichtigsten Aktionstheorien der Motivation gehören die Theorien von Comelli, Rosenstiel, Izard, Agor, Heckhausen, Heider, Weiner, Gabarrol sowie Kotter. 

Aktionstheorie der Motivation Erklärung 

Basis sämtlicher Aktionstheorien ist die Untersuchung und Analyse der Situation, in der es jeweils zur Entstehung und Erzeugung von Motivation kommt oder kommen soll. Im Optimalfall werden hier sowohl einzelne Unternehmensbereiche als auch abteilungsübergreifende Organisationen untersucht. 

Neben der Quelle der Motivation wird außerdem die Emotion untersucht. Dabei geht es um den jeweils individuellen Gefühlszustand der Arbeitskräfte, wenn diese die von ihnen geforderten Handlungen ausführen. 

Die Aktionstheorie der Motivation nach Izard geht dabei davon aus, dass insgesamt neun Emotionen handlungsweisend sind. Entsprechende Emotionen setzen sich aus zwei positiven – Interesse und Freude – und sieben negativen Komponenten – Angst, Ärger, Abscheu, Schmerz, Verachtung, Scham und Schuld – zusammen. 

Der dritte Untersuchungsgegenstand der Aktionstheorie der Motivation ist die Intuition. Dabei wird insbesondere der intellektuellen Intuition besondere Beachtung geschenkt, die sich damit auseinandersetzt, welche Entdeckungen, Ideen, Denkansätze oder physische Bewegungen zur Erfüllung einer Aufgabe von Nöten sind. 

Weitergehend wird die Volition – das heißt, die Handlung, mit der das durch die Motivation angestrebte Ziel erreicht werden soll – untersucht. Dabei werden in vielen Aktionstheorien vier verschiedene Phasen voneinander differenziert: 

  1. Prädezisionale Phase: Beschluss zur Ausführung einer konkreten Handlung
  2. Präaktionale Phase: Definition des Handlungszeitpunkts
  3. Aktionale Phase: Durchführen der Handlung
  4. Postaktionale Phase: Analyse und Bewertung der Handlung 

Finaler Bestandteil zahlreicher Aktionstheorien der Motivation ist die Attribution. Dabei geht es darum, nach Ausführung der Handlung Kriterien zu definieren, die für den Erfolg der jeweiligen Intention verantwortlich sind. Dabei wird zwischen den Kriterien, die sich der Person zuschreiben lassen, zu denen die Intention selbst sowie die individuelle Anstrengung und Fähigkeit zählt, sowie den Kriterien die auf die Umwelt zurückgehen, wie beispielsweise der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe sowie ein gewisser Grad des Zufalls, unterschieden. Die jeweilige Attribution ist ein maßgeblicher Steuerungsfaktor zukünftiger Handlungen einer Arbeitskraft. Daraus ergeben sich zwei maßgebliche Handlungstypen: 

  • Erfolgsorientierte Personen, die ihren Erfolg auf die eigenen Fähigkeiten und Misserfolge auf mangelnde Anstrengungen zurückführen. 
  • Misserfolgsvermeidende Personen, die den eigenen Erfolg auf zu leichte Aufgaben und Misserfolge auf mangelnde Fähigkeiten zurückführen. Dadurch sind sie in der Regel anfälliger für eine mangelnder Mitarbeiterzufriedenheit, Inaktivität sowie innere Kündigungen.